Archiv!

Azar Mortazavi

ICH WÜNSCH MIR EINS

Foto: ©MEYER ORIGINALS

George ist alt geworden und verlässt nur noch zum Biertrinken die Wohnung. Leila ist jung, attraktiv und weiß nicht, wohin mit sich. Sie dringt ein in Georges Zuhause, in sein Leben, in seine Gedanken, und er verstößt sie immer wieder. Immer wieder. Sie braucht ein Kind oder ein Gefängnis. Und über all dem schwebt die Sehnsucht, ihrem Leben zu entfliehen. Dahin, wo alles gut werden kann. Dahin, wo ihr Vater ist.

Die 1984 geborene Azar Mortazavi steht für eine neue Dramatikergeneration mit Migrationshintergrund, die Themen wie die Suche nach Glück, Liebe, Heimat wohltuend unsentimental, aber alles andere als trostlos zeigt. Regie führt Sandra Reitmayer, deren Inszenierung von „Waisen“ den Kölner Theaterpreis 2013 gewann.

Premiere: 28. November 2014


Pressestimmen
 „Regisseurin Sandra Reitmayer, die 2013 mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnet wurde, inszeniert einen Traum im Alptraum und legt den Blick frei auf Leilas innere Leerstelle. Geschickt dampft sie dafür das Drama auf den Dialog zwischen Leila und Georg ein. (...) Pia-Leokadia Bucindika verkörpert eine Figur wie aus einer Märchenwelt. Ein ebensolches Fabelwesen ist Kontrabassist Stefan Schönegg, der als schwarzer Rabe die aussichtslose Suche der beiden nach einem diffusen 'Etwas' in dunklen Sound steckt“ (Stadtrevue Februar 2015)

 „Untermalt wird das Spiel von einem Kontrabass spielenden Raben (Stefan Schönegg), der mit tragischem Sound die Handlung zuspitzt und kommentiert (...) das passt wunderbar zum Spiel der Figuren, deren Ringen von Reitmayer stark formalisiert wird. Während George eher  zu einer naturalistischen Darstellung tendiert und den Suff uns seine Asozialität ausstellt, gleich Leila eher einer Prinzessinnenpuppe. In weißem Kleidchen, weißen Strümpfen und weißem Schleier mutet sie gelegentlich wie eine Marionette  (Bühne und Kostüm: Silvie Naunheim) an. So schafft Reitmayer dem Text viel Raum (...) Mitgefühl ist nicht die Währung des Stücks und auch nicht die Währung der Inszenierung.“ (Kölnische Rundschau 2.12.2014)

„Mortazavi lässt ihre Figur in kurzen Aussagesätzen sprechen. Reitmayer räumt ihnen so viel Raum ein, dass sie zu Pathosformeln erstarren.“ (Kölner Stadtanzeiger 5.12.2014)

Inszenierung: Sandra Reitmayer
Bühne und Kostüme: Silvie Naunheim
Mit:
Pia-Leokadia Bucindika, Arno Kempf, Stefan Schönegg (www.stefanschoenegg.de)