Ich, Samsa

Von der Erlösung aus dem falschen Leben

Nach „Die Verwandlung“ von Franz Kafka

Wir alle kennen die Geschichte: Gregor Samsa wacht eines Morgens auf und hat sich in ein ungeheures Ungeziefer verwandelt. Ist es ein Traum? Wenn ja, was ist die Botschaft? Seine Umwelt jedenfalls ist mit Gregors Verwandlung überfordert und so nimmt das Unheil seinen Lauf …

Während die Verwandlung von Menschen in Tiere – mit anschließender Erlösung – in der europäischen Kultur eine lange Tradition hat, findet Samsa bei Kafka keine Rettung. Er stirbt allein in seinem finsteren Zimmer. ICH, SAMSA handelt von der klassischen Heldinnenreise: wie im Mythos wird die Protagonistin aus ihrer gewohnten Welt hinauskatapultiert und muss erst ihr altes Ich abstreifen, bevor sie wiedergeboren werden kann.

Die Schauspielerin Paula Sophia Götz erzählt die Geschichte als Monolog aus der Ich-Perspektive. Flankiert wird Samsas Schicksal durch Geschichten von jungen Erwachsenen aus Köln, die aus ihren persönlichen Lebenswelten erzählen und sich dabei mit der Frage auseinandersetzen: Was tun, wenn der eigene Körper streikt und sich weigert, weiter das falsche Leben zu leben? Was aber wäre das richtige Leben?

Die Premiere fand im Rahmen der Köln/Bonner Woche für seelische Gesundheit statt. Anschließend wurde die Aufführung in den Spielplan des Theater der Keller übernommen.

 

Eine Produktion von The Beautiful Minds
The Beautiful Minds ist ein Theaterkollektiv aus Bonn. In unseren Produktionen legen wir den Fokus auf die partizipative und biografische Theaterarbeit mit den Expert:innen des Alltags: die Teilnehmenden bringen persönliche Geschichten aus ihren speziellen Lebenswirklichkeiten ein und gestalten so die Performances maßgeblich mit. Wir arbeiten sehr prozessorientiert und wollen den Mitwirkenden in unseren Projekten helfen zu Expert:innen ihrer Besonderheiten zu werden. Ganz nach dem Motto: everybody has a beautiful mind.

Di 03.03.
20:00
Do 16.04.
20:00

Mit

Gregor Samsa
Paula Götz
Live-Musik
Benedikt Fuchs
Chor
Seraphina Antonia Bujanowski*
Chor (bis März 26)
Luis Fuß*
Chor
Malte Halling*
Chor
Emelie Pütz*
Chor
Sophie Szymkowiak*
Chor
Ruth Winandy*
Chor
Mallory Wood*

*Schauspielschüler:in
Regie
Stefan Herrmann
Bühne & Kostüme
Trixy Royeck
Dramaturgie
Nora Giese
Chorleitung
Georg Verhülsdonk

Gastspiel von the beautiful minds

Köln-Premiere
20. September 2025
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Die Inszenierung von Stefan Herrmann schafft eine Atmosphäre, in der die Bezüge weit über den zeitgenössischen Dialog zwischen Kafka und Freuds Konstruktion von Bewusstem und Unbewusstem hinausweisen.

— Kölnische Rundschau, September 2025

Die Trägerin des Puck-Nachwuchspreises 2025 der Theatergemeinde Köln weiß mit dem ohnehin schon hervorragenden Ausgangsmaterial eine Menge anzufangen, spult nicht nur körperlich ein beeindruckendes Pensum ab, wie sie da so hin und her kriecht, robbt und klettert, ohne je den Halt zu verlieren. Dank ihrer Ausdrucksstärke und Präsenz vermag sie auch über die ganzen 75 Minuten die Spannung hochzuhalten.

— Plotgewitter, Januar 2026

Paula Götz verbindet in ihrer Stimme Wohlklang mit Dramatik. Beeindruckend bleibt ihre Souveränität, die keine Sekunde daran Zweifel aufkommen lässt, dass sie Kafka vollkommen verinnerlicht hat.

— Kölnische Rundschau, September 2025

Einen Rahmen für die teils schwer zu ertragenden kurzen Momente völliger Stille schafft Benedikt Fuchs mit seiner fast durchgängigen, atmosphärischen Live-Musik, zu der auch rhythmische Elemente wie Uhrenticken, Herzschläge oder Anklopfen an Türen zählen, und leistet im Publikum sitzend damit einen wirkungsvollen Anteil an der Produktion.

— Plotgewitter, Januar 2026

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