Blind Owl – Blinde Eule (UA)

Ein multidimensionales Tanztheaterstück von XXTanztheater

Nach Sadegh Hedayat

BLINDE EULE – Das Ende der phallozentrischen Zeit

Heimlich wünsche ich mir, neu geboren zu werden, in einer ruhigen Welt der Klarheit und des Lichts.

— Sadegh Hedayat

 

BLIND OWL 👁️ BLINDE EULE ist ein eindringliches Tanztheaterstück über die Vielschichtigkeit, Brüchigkeit und ständige Veränderung von Identität. Inspiriert von dem Roman "Die blinde Eule" des iranischen Autors Sadegh Hedayat, verbindet die Inszenierung Tanz, Musik und Videoprojektionen zu einer atmosphärisch dichten Bühnenwelt – sinnlich, verstörend und politisch zugleich.

Im Zentrum steht ein namenloser Erzähler, dessen Ich in verschiedene Figuren zersplittert – ein Mädchen und ein alter Mann erscheinen als Spiegel seiner inneren Zerrissenheit. Zwischen Traum, Erinnerung und Halluzination verschwimmen die Grenzen von Realität und Imagination. Die weibliche Figur erscheint dabei als Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte, Ängste und Machtfantasien.

BLIND OWL macht Identität als dynamischen Prozess erfahrbar – geprägt von Migration, Geschlecht, Machtstrukturen und gesellschaftlicher Kontrolle. In einer Zeit, in der patriarchale Systeme versuchen, Rollen festzuschreiben und Identitäten zu formen, wird spürbar, wie äußere Umstände innere Welten prägen und Selbstbilder fragil bleiben. Mit feministischer Perspektive hinterfragt das Stück patriarchale Blickweisen und phallozentrische Erzählstrukturen und lädt das Publikum ein, die eigene Wahrnehmung und das Selbst radikal neu zu denken – jenseits festgelegter Rollenbilder und eindeutiger Wirklichkeiten.

Kooperation mit dem XXTanztheater

 

Spielort: Bühnensaal

Aktuell keine Vorstellungen.

Mit

Daniela Riebesam
Tuong Phuong
Kenji Shinohe
Stimme
Matthias Weiland
Künstlerische Leitung / Choreographie / Musikarrangement
Bibiana Jiménez
Dramaturgische Begleitung
Ulrike Janssen
Ausstattung
Kateryna Markush
Video
Kamalanetra Hung
Lichtdesign & Technik
Jan Wiesbrock
Produktionsleitung
Asta Nechajute
Premiere
02. Juli 2026
Hinweise
3-D-Brillen werden vom Theater vorort bereitgestellt
Dauer
60 Minuten, keine Pause
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Die Bewegungssprache von Daniela Riebesam, Tuong Phuong und Kenji Shinohe wirkt obsessiv in ihren Wiederholungen, etwa von Kopfbewegungen, die fast mechanisch anmuten. Ein Kriechen und Rollen am Boden legt die Zerbrechlichkeit der Figuren offen, ebenso wie jede verkrümmte Hand vor den Augen hier von einer inneren Blindheit erzählt, die tiefer geht als eine Einschränkung des Sichtfeldes. Die kompromisslos präzisen körperlichen Muster erzeugen eine Sogwirkung. Der Kampf um ein „Ich“ ist hier ein Trio aus personifizierten Facetten ein und derselben Figur in drei Verkörperungen. [...] Der Wechsel zwischen sanftem Klavier und einem stressigen, fast unangenehmen lauten Beat tut weh. Er untermalt den Stress der erzählten Identitätsauflösung akustisch. Das ist nichts für schwache Nerven, aber konsequent.

— Tanznetz, Juli 2026

Gefördert durch:

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